Lufthansa will auch auf der Langstrecke sparen

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Lufthansa - flickr/BriYYZ

Der Konzernchef der Lufthansa, Christoph Franz, strebt eine Reduzierung der drohenden Jahresverluste durch die größte Konzernfluggesellschaft Lufthansa-Passage an. Bei der von Carsten Spohr geführten Lufthansa-Passage ist das Passagiergeschäft gebündelt. Trotz starker Sparanstrengungen ist in den ersten 9 Monaten nur ein geringer Gewinn erzielt worden. Die seit Jahren mit Verlust geflogenen Deutschland- und Europastrecken abseits der Dreh- und Angelpunkte München und Frankfurt sind bereits zur billigeren Konzerntochter German Wings ausgelagert worden, bei der das Kabinenpersonal zu deutlich günstigeren Konditionen arbeitet. Einsparungen im Bereich der Personalkosten sind daher und auf Grund tariflicher Einigungen kaum noch zu realisieren.
Aber auch der Langstreckenverkehr, der bisher immer noch Gewinne mit den Flugtickets erzielt, kämpft inzwischen mit Rückgängen. Ursache hierfür ist in erster Linie der mittlerweile harte Konkurrenzdruck durch die Golfgesellschaften.

Ein weiteres Problem ist der steigende Kerosin-Preis, der sich für den Konzern während der ersten 9 Monate des Jahres 2012 um fast eine Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verteuert hat und damit den größten Kostenblock des Unternehmens darstellt. Eine Ursache hierfür ist die Preissteigerung durch den Wertverlust des Euro im Vergleich zum Dollar, da sowohl Öl als auch Kerosin weltweit in Dollar bezahlt werden.

Der zweitgrößte Posten sind die Gebühren und Entgelte, die im Zusammenhang mit den Flügen anfallen.
Als Maßnahmen sollen die Stückkosten in den nächsten 3 Jahren um 10 Prozent im Vergleich zu 2012 gesenkt werden. Ziel ist es, dass im Jahr 2025 der Passagierkilometer 20 Prozent günstiger ist. Den steigenden Kerosinpreis zum Beispiel will man durch Einsatz neuer, sparsamerer Flugzeuge in den Griff bekommen, aus diesem Grund betreibt der Konzern zur Zeit das größte Erneuerungsprogramm seiner Flotte, das es je gegeben hat.

Die gestiegenen Entgelte und Gebühren sollen durch Nachverhandlungen mit den Dienstleistern und Lieferanten herabgesetzt werden.
Zudem ist auch geplant die Reserveflotte zu verkleinern, da dies die allgemeine Produktivität erheblich steigern würde, wobei aber auch darauf geachtet werden soll, dass sich dies nicht negativ auf die Zuverlässigkeit des Flugplans auswirken wird.

Auch die inzwischen auf vielen Flügen nicht mehr ausgelastete First Class, die sehr personalintensiv ist, soll eingeschränkt werden.
Neben all diesen Maßnahmen strebt Lufthansa vermutlich ein Bündnis mit Turkish Airlines, die zwar börsennotiert, aber teilweise auch noch in Staatsbesitz sind, an. Die Airline hat sich innerhalb weniger Jahre vom unfallgeplagten Billiganbieter zu einem renommierten Qualitätskonzern gewandelt. Ziel des Bündnisses wäre es, dem Wettbewerbsdruck durch die Airlines der Golfstaaten, die sich zusehends bei der europäischen Konkurrenz engagieren, entgegenzutreten und das Langstreckengeschäft wieder attraktiver zu machen.