Air Berlin: Finanzielle Lage offenbar schlimmer als gedacht

cc by fotopedia/ Andrei Dimofte

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In letzter Zeit müssen einige Airlines um ihre Existenz kämpfen, so auch, wie bereits mehrfach berichtet, Air Berlin. Bisher hatten die meisten jedoch angenommen, dass die Fluggesellschaft sich wieder fangen würde, doch eine Aussage des Airline-Chefs Hartmut Mehdorn hat dann doch einigen zu denken gegeben. Am Mittwochabend sagte er in Berlin, dass man die Geschäfte vielleicht irgendwann mal ganz verkaufen würde.

Vor allem die Luftverkehrssteuer in Deutschland mache einem Sorgen. Die meisten deutschen Airlines ächzen unter der Abgabe, die die hohen Kerosinkosten, niedrige Streckenpreise und sinkende Nachfragen nach Flugreisen in Regionen wie Nordafrika oder Griechenland ergänzt. Alleine im letzten Jahr zahlte Air Berlin 166 Millionen Euro an den Bund.

Ein Analyst sagte in diesen Tagen, dass die Airline stark strauchle. Es bedürfe nur eines Ereignisses wie eine Naturkatastrophe oder Flugausfälle wegen politischer Unruhen oder Streiks und Air Berlin würde sich nicht mehr fangen können. Er halte die Airline für stark insolvenzgefährdet. Die Luftverkehrssteuer sei nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Mit seiner Aussage alles zu verkaufen wolle Mehdron jedoch vor allem Druck auf die Politik ausüben.

Dies scheint auch zu gelingen, denn Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer schließt zum jetzigen Zeitpunkt eine Änderung der Steuer nicht mehr aus. Als sie eingeführt wurde, dachte man wohl, dass die Airlines die Kosten durch steigende Ticketpreise ausgleichen würden. Dies lässt der harte Wettbewerb jedoch nicht zu. Zudem beklagen sich die Airlines, dass man auf diese Weise international benachteiligt werde. Mal sehen, was sich hier in nächster Zeit tut…

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